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Feiern im Garten

Die Terrasse im Sommer als Lieblingsplatz für Familie und Freunde

Sobald die Tage länger werden, verlagert sich das Leben bei vielen Gartenbesitzern nach draußen. Die Terrassentür bleibt offen, auf dem Tisch steht eine Vase mit frisch geschnittenen Blumen und zwischen Garten, Küche und Sitzplatz entsteht dieses angenehme Hin und Her, das einen Sommertag zu Hause ausmacht. Gerade eine gut eingerichtete Terrasse kann dann viel mehr sein als eine gepflasterte Fläche hinter dem Haus. Sie wird zum Essplatz, zum Rückzugsort und ziemlich oft auch zum Treffpunkt für Familie und Freunde.

Besonders schön finde ich die Nachmittage, an denen gar nichts Großes geplant ist. Ein paar Freunde kommen vorbei, jemand bringt Kuchen mit, die Kaffeemaschine läuft und plötzlich sitzen alle zwei Stunden länger am Tisch als gedacht. Genau für solche Momente lohnt es sich, die Terrasse nicht allein nach ihrer Optik einzurichten. Sie sollte vor allem ein Platz sein, an dem man gern sitzen bleibt.

Gute Terrassenmöbel machen einen spürbaren Unterschied

Bei Gartenmöbeln zeigt sich in der Praxis schnell, ob beim Kauf nur die Optik im Vordergrund stand. Ein Stuhl kann im Geschäft hervorragend aussehen und trotzdem nach einer halben Stunde unbequem werden. Wer seine Terrasse regelmäßig für lange Frühstücke, gemeinsame Abendessen oder eine ausgedehnte Kaffeetafel nutzt, sollte deshalb ruhig etwas kritischer auswählen.

Ein ausreichend großer Tisch ist dabei für mich der Mittelpunkt. Vier Personen passen an viele kompakte Gartentische noch bequem. Sobald Gäste dazukommen, stehen Kuchenplatte, Kaffeekanne, Tassen, Wasserkaraffe und vielleicht noch eine Schale mit Obst schnell dicht an dicht. Ein ausziehbarer Terrassentisch ist deshalb oft praktischer als ein besonders filigranes Modell, das zwar elegant wirkt, bei der ersten größeren Runde aber an seine Grenzen kommt.

Ähnlich verhält es sich mit den Stühlen. Eine gute Rückenlehne und vernünftige Sitzpolster zahlen sich aus. Wenn auf der Terrasse gegessen und Kaffee getrunken wird, würde ich eher klassische Tischstühle wählen als sehr niedrige Loungemöbel. Letztere sind wunderbar für ein Glas Wein am Abend, beim Anschneiden einer Torte sitzt man darin allerdings schnell etwas unbeholfen.

Materialien wie Aluminium, beschichteter Stahl, wetterfestes Holz oder moderne Kunststoffgeflechte haben jeweils ihren eigenen Charakter. Holz wirkt im Garten meist besonders harmonisch, verlangt aber etwas Pflege. Metallmöbel sind häufig unkomplizierter. Wer wenig Zeit in die Pflege investieren möchte, sollte diesen Punkt nicht unterschätzen.

Die Kaffeetafel darf ruhig Teil der Gartengestaltung sein

Eine sommerliche Kaffeetafel braucht erstaunlich wenig, um einladend auszusehen. Eine leichte Tischdecke oder Tischläufer, ein paar Servietten und ein kleines Gefäß mit Blüten aus dem Garten reichen oft schon aus. Pfingstrosen, Lavendel, Hortensien oder einige Gräser wirken meistens natürlicher als eine aufwendig arrangierte Dekoration.

Ich würde den Tisch trotzdem nicht überladen. Auf einer Terrasse bewegt sich immer etwas. Ein Windstoß hebt Servietten an, jemand stellt eine zusätzliche Schale auf den Tisch und Kinder brauchen ohnehin mehr Platz, als man vorher eingeplant hat.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist guter Kaffee. Wer einen Vollautomaten, eine Siebträgermaschine oder eine Kaffeemühle nutzt, kann mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen ausprobieren. Herkunft, Mischung und Röstgrad beeinflussen das Aroma deutlich. Helle Röstungen wirken häufig feiner und fruchtiger, während dunklere Röstungen besonders gut zu kräftigem Espresso oder Milchkaffee passen.

Für eine größere Runde auf der Terrasse ist aus meiner Erfahrung allerdings nicht die komplizierteste Zubereitung die beste. Wenn acht Personen am Tisch sitzen, möchte niemand für jede einzelne Tasse zehn Minuten in der Küche verschwinden. Ein Vollautomat oder eine größere Kanne frisch aufgebrühter Filterkaffee ist dann oft die entspanntere Lösung.

Schatten gehört zu einem gemütlichen Sitzplatz dazu

Eine Terrasse in voller Sonne sieht auf Fotos herrlich aus. An einem Julinachmittag kann sie ohne Sonnenschutz allerdings ziemlich ungemütlich werden. Wer seine Terrasse häufig am Nachmittag nutzt, sollte deshalb von Beginn an einen ausreichend großen Schattenbereich einplanen.

Ein Sonnenschirm ist flexibel und vergleichsweise einfach aufzustellen. Bei größeren Sitzgruppen stößt er irgendwann an Grenzen. Markisen, Sonnensegel oder eine Terrassenüberdachung schaffen mehr Fläche und lassen den Tisch auch dann geschützt stehen, wenn die Sonne wandert.

Bei Projekten hat sich bewährt, den Schatten nicht nach dem Sonnenstand eines einzigen Tages zu beurteilen. Beobachten Sie die Terrasse einige Tage lang morgens, mittags und am Nachmittag. Gerade im Hochsommer verändert sich die Situation erheblich. Der Platz, der um elf Uhr angenehm schattig wirkt, kann um drei Uhr vollständig in der Sonne liegen.

Pflanzen helfen ebenfalls. Ein kleiner Baum in Terrassennähe oder große Kübelpflanzen schaffen zwar keinen vollständigen Sonnenschutz, nehmen einer offenen Fläche aber ihre Härte. Gleichzeitig wird der Übergang zwischen Terrasse und Garten weicher.

Pflanzen holen den Garten direkt an den Tisch

Eine Terrasse wirkt für mich immer dann besonders gelungen, wenn sie nicht wie ein separates Zimmer neben dem Garten aussieht. Pflanzen verbinden beide Bereiche miteinander.

Große Kübel eignen sich gut für Hortensien, Gräser oder kleinere Gehölze. Mediterrane Kräuter passen ebenfalls hervorragend. Rosmarin, Thymian und Lavendel vertragen sonnige Standorte und verbreiten an warmen Tagen einen angenehmen Duft. In der Nähe des Kaffeetisches würde ich allerdings auf sehr stark duftende Pflanzen verzichten. Wenn gleichzeitig Kaffee, Kuchen und Blüten intensiv riechen, wird es schnell etwas viel.

Interessant sind auch essbare Pflanzen. Erdbeeren im Topf, kleine Beerensträucher oder Kräuter bringen einen Nutzgartenaspekt direkt an die Terrasse. Wer Kinder hat, kennt den Effekt. Kaum steht eine Schale Erdbeeren auf dem Tisch, sind die Früchte aus dem Topf daneben plötzlich ebenfalls ausgesprochen interessant.

Kleine Details entscheiden darüber, wie lange man draußen bleibt

Erst am Abend merkt man häufig, ob eine Terrasse wirklich gut eingerichtet wurde. Die Sonne verschwindet, die Temperatur sinkt etwas und plötzlich fehlt Licht.

Eine einzelne helle Außenleuchte über dem Tisch erfüllt ihren Zweck, gemütlich wirkt sie selten. Mehrere schwächere Lichtquellen verteilen das Licht angenehmer. Kleine Akkuleuchten auf dem Tisch, Wandleuchten am Haus oder indirekte Beleuchtung zwischen Pflanzen erzeugen eine deutlich ruhigere Atmosphäre.

Auch Textilien verändern den Platz. Sitzkissen, ein Outdoor-Teppich oder ein paar Decken für kühlere Abende machen aus einer funktionalen Terrasse einen Wohnbereich im Garten. Natürlich sollte man die Sachen nicht bei jedem Regenschauer hektisch ins Haus tragen müssen. Eine wettergeschützte Aufbewahrungsbox in Terrassennähe ist deshalb ausgesprochen praktisch.

Und dann gibt es noch die scheinbar nebensächlichen Dinge. Eine Steckdose in erreichbarer Nähe beispielsweise. Wer später Kaffeemühle, Beleuchtung oder vielleicht einen kleinen Lautsprecher nutzen möchte, freut sich darüber mehr als über manches dekorative Detail.

Ein Platz, an dem man gern noch eine Tasse bleibt

Die schönste Terrasse ist aus meiner Sicht nicht zwangsläufig die teuerste oder gestalterisch spektakulärste. Interessanter ist die Frage, wie sie tatsächlich genutzt wird. Stehen dort nur zwei Designstühle, die kaum jemand benutzt, bleibt sie Dekoration. Ein großer Tisch, bequeme Stühle, Schatten, Pflanzen und etwas Platz für Gäste verändern den Garten dagegen spürbar.

Dann entstehen jene Nachmittage, für die man einen Garten eigentlich haben möchte. Der Kuchen steht schon etwas länger auf dem Tisch, irgendwo summt eine Hummel zwischen den Blüten und aus einer geplanten kurzen Kaffeepause wird ein langer Sommernachmittag.

Genau daran würde ich eine Terrasse planen. Nicht ausschließlich danach, wie sie leer aussieht, sondern danach, wie sie wirkt, wenn Familie und Freunde am Tisch sitzen, die Tassen gefüllt sind und niemand einen Grund sieht, schon aufzustehen.

Karsten Mueller / E.R.