Motorsägeführerschein

Ein Erfahrungsbericht informiert

Nachdem die Heizkosten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind, haben meine Frau und ich lange mit dem Gedanken gespielt, uns einen Holzofen zuzulegen. Aber nachdem ich einige Erkundigungen eingezogen habe, konnte ich schnell feststellen, dass auch das Heizen mit Holz mit hohen Kosten versehen ist. Glücklicherweise haben wir diese Thematik bei unserem letzten Nachbarschaftstreff angesprochen und dabei hat ein Nachbar uns angeboten, Holz in seinem geerbten Waldstück zu sehr günstigen Kosten selber zu schlagen. Dieser Gedanke reifte dann in den kommenden Tagen und ich befasste mich im Internet damit, was ich alles dafür beachten muss.

Zuallererst wurde mir klar, dass ich einen Motorsägeführerschein machen sollte. Da ich mich mit dieser Thematik noch nie befasst hatte und auch sonst mit Gartenarbeit nicht allzu vertraut bin, wurde das auch von unseren Freunden und Nachbarn angeraten. Schnell fand ich heraus, dass in unserem Ort ein derartiger Führerschein für den privaten Gebrauch in ein bis zwei Tagen erledigt sein sollte. Schließlich geht es in erster Linie darum, sich mit dem Umgang vertraut zu machen, für gewerbliche Zwecke ist dieser Führerschein deutlich aufwendiger.

Ich fand den Aufwand überschaubar und daher meldete ich mich für gut 140 Euro für einen Kurs an. Als erstes wurde uns die Sicherung nahegelegt. Insbesondere spezielle Sicherheitskleidung und die Sicherheit im Umgang mit der Säge standen in den ersten Stunden im Mittelpunkt. Dann ging es um das Starten und Handhaben der Säge, bevor dann die verschiedenen Sägetechniken und Fälltechniken bei Bäumen angeschnitten wurden. Wir haben uns die ersten Stunden ausschließlich mit der Theorie beschäftigt, bevor wir uns am nächsten Tag für den praktischen Teil im Wald getroffen haben.

Ich fand die Inhalte interessant und wichtig und bin im Nachhinein wirklich froh, den Kurs belegt zu haben. Aber damit war es ja nicht genug. Nachdem ich erfolgreich die ersten Kenntnisse vermittelt bekommen habe, wollte ich ans Werk gehen und Brennholz für unseren neuen Ofen, den wir mittlerweile erworben haben, besorgen. Zuvor habe ich mich aber intensiv mit der entsprechenden Schutzausrüstung beschäftigt. Neben einer Hose und Jacke, die sägebeständig sind, habe ich mich auch mit dem Thema Sicherheitsschuhe beschäftigt. Ich hatte durchaus Angst davor, dass mir ein großer Ast oder gar ein Baumstamm auf die Füße fällt. Ich habe im Internet herausgefunden, dass es verschiedenen Sicherheitsklassen bei Sicherheitsschuhen gibt, angefangen bei einfach nur einer Zehenschutzklappe, bis hin zu Wasser- und gar Säureschutz. Mir ging es ja in erster Linie um die Zehenschutzklappe, die in allen Varianten die Zehen vor Quetschungen bewahrt, sofern der Aufprall max. 200 Joule beträgt. Dass musste ich erst einmal googeln, da ich Joule nur noch aus der Schule im Hinterkopf hatte ohne entsprechende Bedeutung abrufbar zu haben. Ich fand dabei heraus, dass die Joule für die Energieeinheiten stehen, die freigesetzt werden, sobald ein Gegenstand aus einer gewissen Höhe fallengelassen wird. Die Energie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit Höhe und Gewicht des Gegenstandes. Als konkretes Beispiel schützt der Schuh, wenn ein 20 kg schwerer Ast aus einem Meter Höhe auf die Zehen fällt. Das würde 200 Joule entsprechen. Ich habe mir jedenfalls ein Paar Sicherheitsschuhe der Klasse 1 zugelegt, die optisch gut aussehen sowie den für mich notwendigen Schutz bieten.

Entsprechend ausgestattet habe ich diverse Wochenenden im Wald verbracht, was mir wirklich viel Freude bereitet. Ich bin an der frischen Luft, bekomme den Kopf frei und spare Geld in dem ich uns Holz besorge. Eine absolute Win-Win-Situation. Ich kann es nur jedem empfehlen. Und das Heizen mit unserem schönen Ofen ist nicht nur kostengünstiger, sondern bringt auch eine heimelige Atmosphäre ins Haus. Ich möchte den leckeren Holzgeruch nicht mehr missen, wenn ich zur Tür hereinkomme.

Kettensäge
Foto: pixabay.com
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